Kriegergedächtnisaltar

Zerstört
Grunddaten
Jahr:
1920
Ort:
München-Neuhausen
Örtlichkeit:
Pfarrei Herz Jesu
Art:
Relief, kruzifix
Maße:
Retabel 400x400, Ahorntafel 384x364, Relieffiguren H 27
Abkürzung:
S2a
Darstellung

Kriegergedächtnisaltar

Beschreibung
Das Retabel, eine helle Ahorntafel mit den in zehn Spalten eingravierten Namen von Gefallenen, bildete ein großes Rechteck. Im nach außen gewölbten breiten Rahmen waren dreizehn Szenen eines Kriegers hineinkomponiert, vom Abschied zuhause bis zur trauernden Witwe mit ihren Kindern. In der Mitte des Rahmens oben die Muttergottes von Altötting zwischen betenden Soldaten. Die kleinen Gruppen hoben sich in hellerer Farbe kräftig ab von dem dunkleren Akanthusgeranke auf dunkelrotem Grund. Die Szenen links aufwärts: 1. Abschied, 2. Abmarsch, 3. Schanzen, 4. Soldat kauert vor dem Angriff, oben: 5. Angriff, 6. Feldbeichte, 7. Soldaten wallfahren zur Altöttinger Madonna, 8. Feldkommunion, 9. Artillerie, vorn Verwundeter, rechts abwärts: 10. Verwundeter wird weggetragen, 11. Schwester pflegt Sterbenden, 12. Kameraden am Grab und 13. Die weinende Witwe und Kinder. - Folgte das Auge diesen Szenen, wurde der Blick nach dem letzten Bild von dem mächtigen, hell getönten Kruzifix angezogen. Anbetende Engel schwebten zu beiden Seiten des Hauptes. Jesus Christus mit gesenktem Haupt und mit geöffneten segnenden Händen war mit vier Nägeln ans Kreuz geheftet. Das glatte Lendentuch war an seiner linken Seite gebunden. Über dem Querbalken des tau-förmigen Kreuzes stand geschrieben: „Eine größere Liebe als diese hat niemand, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.“ (Joh. 15,13) Die Altarplatte lag auf zwei dicken Säulen, am Unterbau der Mensa las man den Vers 1Kor. 11,26: „So oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, sollet ihr den Tod des Herrn verkünden.“ Der Expositionsthronus hatte einen vergoldeten Sockel mit Akanthuswerk, trug abnehmbar zwei Soldatenpaare, in geleichem Maßstab wie die Rahmenreliefs, jedoch vollplastisch und polychrom gefasst.
Material
Kruzifix Lindenholz, Ahorntafel, Reliefs Eichenholz,
Wissenschaftliche Angaben
Geschichte
Der Kriegergedächtnis-Altar von München-Neuhausen Herz-Jesu verbrannte 1944 mit der Kirche. Seit 1925 war auch ein Expositionsthronus von Busch in der Kirche.
Literatur
Altar und figürlicher Rahmen aus Eichenholz, polychrom lasiert, Kruzifix Lindenholz, hell getönt, Rahmen- Reliefs. - Maße: Retabel ca. 4 x 4 m, Ahorntafel 384 x 364, Relief-Figuren H 27, - Auftraggeber: Pfarrer Monsignore Burggraf. – Lit.: Werkkorrespondenz; - Werkkartei: - Fotos NL: Album I/74-82, IV/49-50, 2 Fotos von Karl Busch vom Expositionsthronus; - Postkartenserie mit 6 Abb., Privatdruck; - Stadler, Th., Kurat: Gedächtnisrede anlässlich der Einweihung des Kriegergedächtnisaltars in der Herz-Jesu-Kirche zu Neuhausen am 7. 9. 1920. 12 Seiten, gedruckt bei Zugschwert, München. - Dörfler, P.: Der Kriegergedächtnisaltar in München-Neuhausen. In: CK XVII / 6 (1920/21), S. 124 ff., Beilage S. 29; - Staudhamer, S.: Religiöse Kriegsgedenkzeichen. In: CK XVII / 7/8 (1920/21), S. 122-125; - Augsburger Postzeitung 528 (20. 9. 1920); - Ein Altar der Kriegerehrung. In: Münchner Neueste Nachrichten 474 (13. 9. 1920); - Doering, O.: Ein Münchener Kriegsgedächtnisaltar. In: Münchner Katholische Kirchenzeitung 13/46 (14. 11. 1920), S. 289; - Wurm, A. In: Augsburger Postzeitung 528 (20. 11. 1920); - Rothes, W.: Georg Busch. In: KdV 50, (1923), S. 22; – Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 44, Abb. 219, 231.
Werkzusammenhang
Repliken
Repliken des Kruzifixes kamen 1937 nach Schnaittenbach an das Feldkreuz und 1942 nach Olching an das Priestergrab. - 6 der 13 Szenen am Rahmen wiederholte Busch 1923 für den Rahmen des Kriegerdenkmals in der evangelischen Kirche in Kirchen an der Sieg, der noch vorhandenen ist. Es sind dies die 1., 2., 9., 10., 12. und 13. Szene des Münchner Kriegergedächtnis-Altars.
Abgüsse
Das Kruzifix ließ Busch für eine Anzahl von Grabmälern in Bronze und Zink nachgießen.
Weitere Details
Fassung:
hell-/dunkelbraun lasiert, roter Grund
Fotograph:
aus dem Nachlass
Geo:
München Kath. Pfarramt Herz-Jesu
Bild
Kriegergedächtnisaltar
Standort
Koordinaten: 48.1562437, 11.5287961