Geschichte
Anlässlich der Kultapprobation (nicht offizielle Seligsprechung) von Hroznata 1897 fassten die Prämonstratenser von Stift Tepl den Plan, für dessen Gebeine vor die Apsis des linken Seitenschiffes der spätromanischen Hallenkirche mit Ausstattung des 18. Jh. einen Altar mit Reliquienschrein errichten zu lassen. Buschs Biograf Doering berichtete 1916: „Den ersten Entwurf lieferten Beuroner Benediktiner aus Prag, die endgültige Gestalt erhielt das Werk 1899 durch Georg Busch. In der Anlage und in den Stilformen ähnelt der Tepler Altar den Typen der spätromanischen Zeit, zeigt sich also als ein Bau mit künstlerisch geschmücktem Aufsatz, dessen oberster Teil den Schrein mit den Gebeinen des seligen Hroznata beherbergt.“ Doering spricht Busch die Gabe zu, in strenger Monumentalität zu schaffen. Eine stehende betende Figur des Sel. Hroznata mit zusammen-geketteten Hand- und Fußschellen wurde aus Kostengründen 1901/02 nur in Gips ausgeführt und ein Bildchen davon gedruckt. Die 43,5 cm hohe Statuette Plinthe 11 x 11 cm) kam im Dezember 2009 zusammen mit Modellen der Altarreliefs ins Kloster Tepl.
Literatur
Marmor, Schrein vergoldet mit Emaille und Steinen, Reliefs. - Maße: Mensa: 100 x 200 x 100 cm, Relief an Mensa 44 x 108 cm, Aufsatz m. Baldachin ca. 175 x ca. 170 x 70 cm, Relief Predella 57 x 174 cm, Schrein: 75 x 128 x 41 cm. - Auftrag: Stift Tepl, möglicherweise über die Beuroner Benediktiner aus Prag. - Lit.: Werkkorrespondenz; - Busch, G.: Liste zu Verlobungsalbum 1902; - Werkkartei; - Fotos NL: Album I/22-29, VII/107; - Sel. Hroznata. Heiligenbildchen schwarz-weiß; - Tod des sel. Hroznata. Schwarz-weiß-Postkarte der Gesellschaft für christl. Kunst (GmbH); -Wieland, L.: Die Jahresausstellung im Kgl. Glaspalast. In: Die Kunst für alle 14 (1898/99), S. 308; - Popp, J.: Die Kunstausstellung im Münchner Glaspalast. In Bayer. Kurier (1899) I. Nr. 155, II. 169; - Ders.: gute Würdigung in: Die Kunst für alle 15 (1899/1900), S. 124; - Doering, O.: Georg Busch. In: CK VIII/8 (1911/12), S. 149f.; - Busch, G.: Selbstbiographie. In: Zils, W. (Hg.): Geistiges und kulturelles München in Selbstbiographien. München, 1913, S. 46; - Doering, O.: Georg Busch. München, 1916, S. 18f.; - Scheuber, J.: In: Der Gral 10/8 (5/1916), S. 406; – Schmidt, E.: Das Stift Tepl und seine religiöse und kulturelle Bedeutung in Westböhmen. In: Das Stift Tepl und die Prämonstratenser in Obermedlingen. Donauwörth: Auer (1993), S. 177, Abb. S. 176; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 47, Abb. 61.
Ikonographie
Ende des 12. Jahrhunderts lebte in der Gegend um Tepl Hroznata von Ovenec (um 1160-1217), der Spross einer böhmischen Adelsfamilie. Frau und Kind starben. Als Zurückgebliebener beschloss er, Leben und Gut der Kirche zu weihen. Er erbat in Rom vom Papst die Erlaubnis, in der Heimat zwei Prämonstratenserklöster gründen zu dürfen. 1193 baute er das Kloster Tepl und das Frauenkloster Chotieschau. Ein neidischer Ritter warf ihn in den Kerker, wo er an Händen und Füßen gefesselt des Hungers starb.