Madonna thronend

Erhalten
Grunddaten
Jahr:
1904
Ort:
Eltville Friedhof
Örtlichkeit:
Mauergrab links, Adam Müller-Netscher
Art:
Figrengruppe, relief
Maße:
~220x170x60
Abkürzung:
S7a
Darstellung

Madonna thronend

Beschreibung
Die gekrönte Muttergottes mit dem Jesuskind ist vollplastisch gearbeitet. Sehr fein sind die Figuren und deren faltenreiche Gewänder ausgearbeitet. Marias Krone und Kragen sind reich verziert. Das Jesuskind steht auf dem rechten Bein der Mutter Maria, die mit ihrer Rechten das Kind hält. Es ist den Betrachtern zugewandt. Mit seiner linken Hand hält das Jesuskind ein Kreuz am Körper als Hinweis auf seinen Tod am Kreuz, mit der rechten segnet es. An sein Köpfchen lehnt sich Marias Kopf. Maria strahlt eine große Innigkeit aus. Sie öffnet einladend ihre linke Hand nach vorne. Der Renaissancethron der Himmelskönigin endet in einer halbrunden Muschel, die zum Retabel gehört. 23 Engelsköpfe sind auf dem Retabel meisterhaft variiert. Plastisch ausgeführte Der Engelkranz (47 x 37 cm) diente zur Vergrößerung des Hintergrundes (lt. Karl Busch) Strahlen ergänzen das Retabel. Das Werk ist eine eigene künstlerische Lösung von Busch, der Elemente aus der Gotik, der Renaissance und des Klassizismus im Kunstwerk vereinte.
Material
Laaser Marmor
Wissenschaftliche Angaben
Geschichte
Adam Müller-Netscher war Sektfabrikant in Eltville, Enkel von Matheus Müller. Architekt Borchert entwarf das sieben Meter hohe und fünf Meter breite imposante Grabmal aus dem rötlichen Sandstein der Umgebung, das Bildhauer Leonhard ausführte. Als eines der sogenannten Mauergräber gehört es zum Ensembleschutz. Es ist ein von Bildhauer Ph. H. Leonhard schön gestalteter Umbau mit Dach, der in einem hohen Rundbogen das weiße marmorne Kunstwerk von Busch sichtbar werden lässt, das oben ebenfalls halbrund abschließt. - Die "Mauergräber" in Eltville sind denkmalgeschützt.
Literatur
Busch, K.: Werkkartei; - Foto NL: Album III/11-12, IV/69; III/71-72, VII/409; - Foto vom EOM 7-1: Entwurf des Retabels, H 47 cm; - (ohne Autor): Ein bedeutendes Werk neuester christlicher Kunst. In: Kölnische Volkszeitung (25. 11. 1904), Feuilleton; - Bayerische Kunst am Rhein. In: Regensburger Morgenblatt (21. 12. 1904), S. 4 (nachgeschrieben nach Kölner Volkszeitung); - Doering, O.: Georg Busch, München 1916, S. 48, Abb. 27; - Ders.: In: CK XIII/6 (1911/12), S. 153, Abb. S. 176; - Ders.: La tomba di Mattes Müller à Eltville sul Reno. In: Arte cristiana II/8 (15. 8. 1914), S. 230, Abb. S. 231; - Sinzig, P. OFM: A Santa Virgeni. In: Voces de Petropolis, 14/6 (Rio de Janeiro 16. 3. 1920), Abb. 5, S. 334.
Werkzusammenhang
Repliken
1920 Freiburg St. Martin, auch Laaser Marmor, ohne Retabel, die „weiße Madonna“ genannt.[S6b3]; 1922: Dillhausen bei Mengerskirchen, St. Laurentius, aus Holz, polychrom gefasst. [S2]
Weitere Details
Fotograph:
Dieter Schenk
Geo:
Eltville Friedhof
Bild
Madonna thronend
Standort
Koordinaten: 50.0058735, 8.0263191