Geschichte
Im gotischen Dom zu Augsburg wurde ein Canisius-Denkmal errichtet „zur dankbaren Erinnerung an dessen reichgesegnete Tätigkeit als Domprediger und Jugendlehrer Augsburgs errichtet an seinem 300 jährigen Todestage, 21. Dezember 1897“. Ein erster Entwurf ist einem frühbarocken Altar des Doms angenähert, ein zweiter hat gotische Elemente. Beide ca. 1 m hohen Entwürfe sind erhalten. Wohl auf Wunsch des Domkapitels wurde die Denkmalumrahmung in spätgotischem Stil ausgeführt. Insbesondere die mittlere Figur des hl. Canisius ist jedoch im schlichten Stil des Realismus ausgeführt. Bei den acht Statuetten in den seitlichen Säulen war Ignaz Taschner Mitarbeiter von Busch. - Das Canisius-Denkmal von 1897 erregte seinerzeit Aufmerksamkeit. Papst Leo XIII. ehrte den Künstler dafür durch Verleihung der Papst Leo XIII.- Medaille. Busch bedankte sich mit einer Replik seiner Leo XIII.-Büste, die er bereits 1887 gestaltete. - 1925 wurde das Denkmal zum Canisius-Altar umgebaut, indem Busch für eine Predella seitlich zwei Bronzereliefs mit je zwei Evangelisten und ein bronzenes Altarkreuz schuf (im Dom-Depot noch erhalten). Die Denkmal-Mensa auf vier Säulen mit dem Canisius-Relief von Busch stand nicht mehr auf Sockel und Stufen. [Rummel, P. 1996, Abb. 95-96] - Bei der Domrestaurierung 1934 wurden die Kreuzblumen und Krabben des Maßwerks herausgebrochen und alles grau gestrichen. Vor 1963 notierte Dr. Karl Busch: "Die Farbfassung der Figuren teils wiederhergestellt, die Bronzen schwärzlich, sonst steingrau u. gold." 1963 wurde das neugotische Maßwerk ganz entfernt und die vorhandenen, wieder farbigen Figuren an einem rechteckigen roten Retabel (235x155 cm) angebracht. 1988 erfuhr der Altar eine farbliche Umgestaltung.[s. Chevally: Dominventar, 1995].
Literatur
Werkkorrespondenz; - Busch, G.: Liste zu Verlobungsalbum 1902; - Werkkartei; - Fotos NL: Album I/5-21, VII/106; - Foto EOM: linkes Relief von zwei Evangelisten an der Predella, H 53 cm; - Postkarte von Buschs Canisius-Statue und dem Relief Literarisches Institut Huttler/Seitz, Augsburg; - Ausführung der 8 Statuetten von Bildhauer Ignaz Taschner. In: Schiedsspruchbegründung vom Schiedsgericht X München, (10. 6. 1912), S. 126; - Die Canisiusfeier in Augsburg 1897. Broschüre Buchhandlung Seitz 1898. – Die Canisiusschule. In: Die katholische Familie 5/12, S. 126 f.; - Der Augsburger Sodale 5/2 (1909), S. 19f. - Doering, O.: Georg Busch. In: CK VIII/6 (1912), S. 152; – Busch, G.: Selbstbiographie. In: Zils, W. (Hg.): Geistiges und kulturelles München in Selbstbiographien. München, 1913, S. 46; - Doering, O.: Arte cristiana II/8 (1914), S. 230; - Ders.: Georg Busch. München, 1916, S. 63 f.; - Canisius bei der Christenlehr. In: Süddt. Woche. Bilderbeilage der Augsburger Postzeitung Nr. 21 (1925), S. 2. - Abb. Mensarelief vom Canisiusaltar. In: Manna 43/1 (1926), S. 3; - Petrus Canisius-Denkmal. In: Dressler (1930), S. 143; - Postkarten des Literar. Instituts Dr. M. Hutterer, M. Seitz, Augsburg: Dom Inneres und Relief Canisius, ca. 1960; - Lieb, N. u.a.: Der Dom zu Augsburg. Augsburg: Vlg. multi-druck J. Hannesschläger (1966,2), Abb. S. 164 Relief; - Chevally: Dominventar. 1995, S. 211, Abb. 330; - Rummel, P.: Festband für Petrus Canisius 1996, S. 276-280, Abb. 96, - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. S. 46 f., Abb. 54-58, 179; - Klotz, Sabine: Die Regotisierung des Domes. In: Der Augsburger Dom. Hrsg. Diözese Augsburg, München 2014, S. 190, und Abb. Relief Canisius lehrt.
Ikonographie
Petrus Canisius SJ, geb. 1521 in Nymwegen, gest. 1597 in Fribourg/Schweiz, stud. phil. und theol. in Köln, als Jesuit 1546 zum Priester geweiht, war 1547-49 Konzilsberater in Trient und Mitarbeiter des hl. Ignatius, lehrte Theologie ab 1549 in Ingolstadt, war Hofprediger in Wien ab 1552, stand der oberdeutschen SJ-Provinz vor, war päpstlicher Nuntius, 1559 bis 1566 Domprediger in Augsburg, lehrte in Straßburg, München, Dillingen, reformierte das Schulwesen, verfasste einen Katechismus, den lange und weit verbreiteten "Canisi", war 1571-1577 Hofprediger Kaiser Ferdinands II., gründete eine Reihe von Jesuiten-Kollegien und bekämpfte den Kalvinismus in der Schweiz.